Zwei Bieler Brüder mit grossen Ideen


Die Brüder und Schweizer ideas4ears-Gewinnerkinder Basil und Leander aus Biel © privat

Tägerwilen, 23. Februar 2022 (ag): Der lärmende Motor eines vorbeifahrenden Autos, der Nachbar, der freundlich von der anderen Strassenseite grüsst, das Zwitschern des Rotkehlchens in der Hecke. Alltäglichkeiten, die für Leander selbstverständlich sind – für seinen Bruder Basil jedoch nicht, denn Basil ist von Geburt an taub. Hören kann er nur dank seiner sogenannten Cochlea-Implantate. Ein medizintechnisches Geschenk, das dem Elfjährigen ermöglicht, in einer hörenden Welt aufzuwachsen – und doch gilt es für Basil im Alltag immer wieder Hürden zu meistern, die seine hörenden Freunde nicht haben. Um das Leben von Basil wie allen anderen Menschen mit Hörverlust zu verbessern, nahmen die beiden Brüder am internationalen Kinder-Erfinder-Wettbewerb „ideas4ears“ teil. Alljährlich ruft dieser Kinder und Jugendliche im Alter von 6-12 Jahren dazu auf, ihre Ideen einzureichen, wie das Leben von Menschen mit Hörverlust verbessert werden kann. Der Kreativität und Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, denn schliesslich geht es bei „ideas4ears“ nicht um tatsächlich umsetzbare Konzepte, sondern um die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Hörverlust und seinen Folgen für Betroffene. Unter den 280 Einsendungen aus der ganzen Welt konnten das Geschwisterpaar mit seinen Vorschlägen die Jury besonders beeindrucken und wurde zu den Schweizer Gewinnern des diesjährigen Wettbewerbs gekürt.

Ganz schön smart: die App AudioKey X

Schon jetzt verbessert eine App mit dem Namen AudioKey Basils Hörerlebnis. Mit dieser kann der Schüler unter anderem die Hörlautstärke regulieren oder sein Hörimplantat-System an die jeweilige Hörumgebung anpassen. Um Basils Probleme im Alltag jedoch noch weiter zu reduzieren, überlegten sich die beiden Brüder, um welche Funktionen die App erweitert werden sollte. Ihre Ideen fassten sie wie folgt zusammen: „Im Gegensatz zur heutigen App kann AudioKey X, wie wir die Weiterentwicklung nennen, zum Beispiel Defekte in den Hörsystemen automatisch erkennen und teilt dem Nutzer mit, was zu tun ist, um das Problem zu beheben“, erklärt Leander und sein Bruder fügt hinzu: „Auch würden wir das GPS-Ortungssystem verbessern. Meine Audioprozessoren, die ein bisschen wie Hörgeräte aussehen, gehen an den komischsten Orten verloren – zum Beispiel im Schulbus. Da sie magnetisch sind, heften sie sich an jegliche metallische Gegenstände, wie Stuhlbeine, Schrauben von Objekten oder unter den Bus- oder Autositz. Unsere Idee, einer zentimeter-genaue GPS-Ortung ermöglicht ein schnelles Auffinden.“ Eine weitere Funktion der weiterentwickelten App: eine integrierte FM-Anlage, eine Art Mikrofon, die Basil im Unterricht dabei unterstützt, seine Lehrer*innen und Mitschüler*innen besser zu verstehen. „Aktuell brauche ich hierfür ein zusätzliches Gerät. Doch wenn die App diese Funktion übernehmen könnte, müsste ich nur das Handy in der Schule auf den Tisch legen und die App aktivieren“, so Basil. Ihre Erfindung erklären sie auch in ihrem Video: https://www.ideas4ears.org/wp-content/uploads/ninja-forms/5/KIOUTSOUKIS-ideas4ears-1.mp4. Doch die beiden Bieler Jungs dachten noch einen Schritt weiter: Um die Benutzerfreundlichkeit des Hörsystems zusätzlich zu erhöhen, sollten die Audioprozessoren, so wie Smartphones, kabellos geladen werden können. Denn aktuell sind sie batteriebetrieben. Ein Audioprozessor mit Akku würde Batterien und das Wechseln dieser überflüssig machen. Eine Erfindung, die für die Nutzer*innen praktisch und für die Umwelt gut ist. „Unsere Innovationsideen verbinden verschiedenste Funktionen, die den Betrieb, die Bedienung und den Unterhalt des Gerätes in Zukunfts wesentlich vereinfachen könnten“, erklärt Leander die Motivation hinter den kreativen Lösungen. Das Engagement der beiden Brüder sowie der ganzheitliche Ansatz ihrer Erfinderideen kürten die Geschwister zu den Schweizer Gewinnerkindern des diesjährigen ideas4ears-Wettbewerbs. Und weil so viel Erfindergeist belohnt werden muss, erhalten die cleveren Jungerfinder je ein mit ihrem Namen graviertes Tablet. Die Nachricht über ihren Sieg erreichte Basil übrigens vor seinem Bruder: „Ich habe durch eine E-Mail vom 31.01.2022 bereits am Nachmittag von unserem Gewinn erfahren. Leander war noch in der Schule. Als er nach Hause kam, habe ich zunächst ein grosses Geheimnis um die frohe Nachricht gemacht, bis er es dann doch herausgefunden hat“, erinnert er sich grinsend zurück und Leander fügt strahlend hinzu: „Es macht uns sehr glücklich, dass wir gewonnen haben! Nach bald drei Wochen können wir es immernoch nicht ganz fassen, dass wir mit unseren Beiträgen oben ausgeschwungen haben!“

Clevere Erfinderideen aus der ganzen Welt

Doch auch aus anderen Ländern, wie etwa Deutschland, Indien, Israel oder Mexiko kamen kreative Ideen, wie das Leben von Menschen mit Hörverlust verbessert werden könnte. Zu ihnen zählen unter anderem: Tarnhörgeräte, die unsichtbar sind und somit gegen Hänseleien schützen, ein Audioprozessor mit einer integrierten, sprachgesteuerten künstlichen Intelligenz namens Meddy, die auf Befehl, zum Beispiel störende Nebengeräusche ausblendet oder, ähnlich der Idee von Basil und Leander, mit Solarenergie betriebene Audioprozessoren. „Die Erfinder*innen mögen jung sein, aber ihre Gedanken und Ideen sind so visionär, dass sie die Zukunft der Hörimplantattechnologien oft schon weit vor der Zeit erkennen", zeigt sich ideas4ears-Chefjuror Geoffrey Ball beeindruckt vom Erfindergeist aller Teilnehmer*innen. Geoffrey Ball weiss aus eigener Erfahrung, was aus kleinen Ideen entstehen kann: Um seinen eigenen Hörverlust behandeln zu können, arbeitete er unermüdlich an einer Technologie, die ihm eben dies ermöglichen sollte. Heute ist er der Erfinder des VIBRANT SOUNDBRIDGE Mittelohrimplantats und Chefentwickler bei MED-EL, dem führenden Hersteller von implantierbaren und implantationsfreien Hörsystemen und Initiator des ideas4ears-Wettbewerbs.

Ideas4ears: mehr als nur ein Wettbewerb

Insgesamt nahmen 272 Kinder aus 19 Nationen am Wettbewerb teil und reichten ihre Ideen in Form von Videos, detaillierten Zeichnungen, bunten Gemälden und sogar lebensechten Prototypen ein. Aus den 280 Einsendungen wurden die 9 besten Erfindungen weltweit ausgewählt und die Gewinnerkinder mit einem tollen Siegerpreis prämiert. Neben dem Aufwand, den die Kinder für ihre Erfindung aufbrachten, berücksichtigte die Jury auch die persönliche Motivation hinter ihren Erfindungen und wie ihr Leben von ihrem eigenen Hörverlust oder dem eines Familienmitglieds oder Freundes beeinflusst wird. Ziel des Wettbewerbs ist es, einem breiten Publikum vor Augen zu führen, welche Herausforderungen schwerhörige Menschen im täglichen Leben meistern müssen und wie sinnvoll es ist, etwas gegen Hörverlust zu unternehmen. Im Zentrum stehen dabei natürlich keine real entwickelten Projekte, sondern die kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Hörverlust.  “Die Erfinderideen zeigen, was Kindern mit Hörverlust von heute wichtig ist. Unsere Produkte sollen natürlich im Alltag möglichst unkompliziert unterstützen, so klein wie möglich sein und darüberhinaus möglichst umweltbewusst betrieben werden. Es ist spannend zu sehen, wie sich die Ansprüche an Hörimplantat-Systeme über die Jahrzehnte hinweg verändert haben. Genau deshalb versuchen wir in all unserem Handeln immer das ‚Hören von Morgen‘ im Blick zu haben, um das Leben von Menschen mit Hörverlust noch besser zu machen. Das Feedback unserer Nutzer*innen – nicht nur im Rahmen dieses Wettbewerbs – bildet dabei einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung unserer Hörlösungen“, so MED-EL Schweiz-Geschäftsführer Gregor Dittrich.

Weitere Informationen zum ideas4ears-Wettbewerb finden Sie unter: www.ideas4ears.org

Honorarfreie Bilder und Infografiken finden Sie zum kostenfreien Download im Bildarchiv unter: http://www.comeo.de/pr/kunden/med-el/bildarchiv.html

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Über MED-EL

MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2.400 Personen aus rund 80 Nationen in 30 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Menschen in 134 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL. Zu den Hörlösungen von MED-EL zählen Cochlea- und Mittelohrimplantat-Systeme, ein System zur Elektrisch Akustischen Stimulation, Hirnstammimplantate sowie implantierbare und operationsfreie Knochenleitungsgeräte www.medel.com

 

MED-EL Schweiz GmbH

Im Dezember 2017 wurde darüber hinaus die MED-EL Schweiz GmbH mit Sitz in Tägerwilen im Kanton Thurgau gegründet. Diese Niederlassung ist hundertprozentiges Tochterunternehmen der MED-EL Medical Electronics in Innsbruck. Geschäftsführer der MED-EL Schweiz GmbH ist Gregor Dittrich. Das Schweizer Team ist für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreut Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörgeräteakustiker und Verantwortliche in der gesamten Schweiz. www.medel.com/ch

 

Weitere Presseinformationen und Bildmaterial bei:

 

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Internet: www.comeo.de/medel

Sandra Pulvermüller

MED-EL Schweiz GmbH

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Tel.: +41 (0)71 544 97 40    

E-Mail: Sandra.Pulvermueller@medel.com

Internet: www.medel.com

 

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