Wenn Hörgeräte nicht mehr helfen


Rund 1,5 Milliarden Menschen leiden weltweit an Hörverlust. Dabei gibt es Möglichkeiten der Behandlung © MED-EL

Obwohl weltweit mit steigender Tendenz rund 1,5 Milliarden Menschen von Hörverlust betroffen sind, ist das Wissen um die Möglichkeiten der Behandlung, insbesondere dann, wenn das klassiche Hörgerät nicht (mehr) hilft, noch zu wenig bekannt. Dabei gibt es wirksame Alternativen, sogenannte Hörimplantate. Anders als ein Hörgerät, das Geräusche nur verstärken kann, können sie das Hörorgan vollständig ersetzen. MED-EL, Branchenpionier und Erfinder dieser medizinischen Revolution, hat die zehn wichtigsten Tipps und Fakten rund um das Thema Hörverlust und seine Behandlungsmöglichkeiten zusammengefasst:

1. Taubheit, muss keine Option (mehr) sein

Obwohl nach Schätzungen des Schweizerischen Gehörlosenbundes mit rund eine Millionen Betroffenen etwa jede*r achte Schweizer unter einer Hörminderung leidet, ist das Wissen um die Behandlungsmöglichkeiten immer noch zu wenig verbreitet Denn nach wie vor herrscht häufig die Meinung vor, dass wenn Hörgeräte nicht mehr helfen, alle Optionen ausgeschöpft sind. Tatsächlich jedoch stellen Hörgeräte nur eine Therapiemassnahme dar. Gerade für Menschen, die unter einem hochgradigen Hörverlust oder unter vollständiger Taubheit leiden, können sogenannte Hörimplantat-Systeme die richtige Lösung sein. Denn anders als Hörgeräte, können damit fast alle Arten von Hörverlust erfolgreich behandelt werden.

2. Hörverlust ist mehr als „nur“ nicht hören zu können

Die Fähigkeit zu hören, hat einen grossen Einfluss auf viele Bereiche des menschlichen Lebens. Besonders soziale Interaktionen und das allgemeine Wohlbefinden sind stark vom Hören abhängig. Bleibt Hörverlust unbehandelt, hat dies meist auch negative Folgen für die körperliche und geistige Gesundheit. Denn wer an Hörverlust leidet, kann nur noch eingeschränkt mit seiner Umwelt kommunizieren. Oft ziehen sich die Betroffenen in sich selbst zurück und nehmen immer weniger am gesellschaftlichen Leben teil. Nicht selten sind aufgrund von Vereinsamung und Isolation psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, die weitreichenden Konsequenzen. Auch im Strassenverkehr spielt das intakte Hörvermögen eine wichtige Rolle: Denn neben dem Sehen ist das Hören der wichtigste Sinn, um Gefahren im Strassenverkehr rechtzeitig wahrnehmen zu können und Risiken zu vermeiden. Studien der letzten Jahre lassen zudem den Rückschluss zu, dass schlechtes Hören, Demenz, Stürze und Depressionen miteinander korrelieren.

3. Hören bedeutet Lebensqualität

Viele Nutzer*innen können nach der Entscheidung für ein Hörimplantat wieder besser kommunizieren, Musik hören oder am Berufsleben teilnehmen. Ein besseres Sprachverständnis, die Möglichkeit wieder telefonieren zu können und am gesellschaftlichen Leben insgesamt auch wieder hörend und aktiv mitwirken zu können, bringt Betroffenen laut eigenen Aussagen bis ins hohe Alter ein grosses Stück Lebensqualität zurück.

4. Hörverlust ist keine Frage des Alters

Hörverlust ist kein Phönomen, das nur Menschen im fortgeschrittenen Alter betrifft. Im Gegenteil, neueste Untersuchungen der WHO belegen sogar einen signifikanten Anstieg von Hörverlust in der Altersgruppe von 12-35 Jahren. So ist fast jede*r vierte Jugendliche durch den dauerhaften Konsum von zu lauter Musik gefährdet, eine Schwerhörigkeit zu entwickeln. Bereits heute sind rund 35 Millionen Kinder unter 15 Jahren weltweit von Hörverlust betroffen. Viele von ihnen leiden bereits von Geburt an unter dieser Erkankung, denn im Schnitt kommen bei 1.000 Neugeborenen ein bis zwei Kinder bereits mit einer schwerwiegenden Hörminderung zur Welt.

5. Hörverlust frühzeitig behandeln lassen

Insbesondere bei Kindern, die bereits taub zur Welt kommen, ist eine frühzeitige Behandlung essentiell, denn das Gehirn entwickelt sich in den ersten Lebensmonaten rapide. Je früher ein taubes Kleinkind mit einem Hörimplantat-System versorgt wird, desto leichter fällt es ihm das Hören zu erlernen. Zwölf Monate gelten derzeit als wichtige erste Grenze: Bis dahin operierte Babys lernen besonders gut Hören und Sprechen. Kinder, die bis zum zweiten Lebensjahr mit einem Hörimplantat-System versorgt werden, durchlaufen alle Phasen des Sprach­erwerbs wie normal hörende Gleichaltrige. Doch auch für Menschen, die erst im Laufe ihres Lebens unter Hörverlust leiden, gilt: je früher desto besser. Häufig liegen zwischen dem Beginn des Hörverlustes und der richtigen Versorgung bis zu 10 Jahre, in der insbesondere die Lebensqualität der Betroffenen leidet. Eine frühzeitige Behandlung könnte dem entgegenwirken und viel Lebensfreude und Aktivität erhalten. Deshalb ist es besonders wichtig bereits auf die ersten Anzeichen von Hörverlust bei sich selbst oder anderen zu achten.

6. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt

Wer bei sich oder seinem Kind eine Verschlechterung des Gehörs feststellt, sollte unbedingt zunächst seinen Hausarzt aufsuchen. Er kann oft direkt helfen, da er das Gehör untersucht und mögliche Ursachen identifiziert. Oft sind diese „banaler“ Natur: Der Gehörgang ist verstopft oder es liegt eine Entzündung vor. Wenn kein vorübergehendes, behebbares Problem vorliegt, wird der Patient für einen Hörtest an den Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) oder an eine HNO-Klinik überweisen.

7. Mehrere Einschätzungen einholen

Wurde ein Hörverlust diagnostiziert, ist in einem nächsten Schritt die richtige Beratung das wichtigste. Betroffene, bei denen ein Hörverlust auftritt oder zunimmt, sollten sich umfassend von mehreren Experten zu diesem Thema beraten zu lassen, um wirklich alle Möglichkeiten zu kennen, die sich ihnen bieten, um das Gehör zu erhalten. Denn oftmals kann, neben den bekannten und konventionellen Hörmitteln, wie etwa einem Hörgerät, auch ein Hörimplantat-System eine echte Alternative sein.

8. Periodisch untersuchen lassen

Regelmässige Untersuchungen des Hörvermögens sind wichtig, um eine Verschlechterung des Gehörs schnellstmöglich erkennen und behandeln lassen zu können. Häufig nehmen Betroffene selbst den fortschreitenden Hörverlust gar nicht wahr, sondern werden erst durch ihr soziales Umfeld darauf aufmerksam gemacht.

9. Hörimplantate werden von der Krankenkasse und der Invalidenversicherung übernommen

Es gibt klare Leitlinien für alle Implantat-Systeme, so auch für Hörimplantate. Wenn der Betroffene also die bestimmten Kriterien erfüllt und damit aus medizinischer Sicht ein Hörimplantat benötigt, tragen die Schweizer Krankenkassen sowie die schweizerische Invalidenversicherung in aller Regel die Kosten für Diagnostik, OP, Hörimplantat, Anpassung und Service.

10. Wo kann man sich informieren?

Neben dem HNO-Arzt, gibt es für Betroffene auch zahlreiche andere Möglichkeiten sich über Hörimplantate zu informieren, so können auch Hörakustiker gute Anlaufstellen für eine erste Breatung sein. Erfahrungen aus erster Hand über ein Leben mit Hörimplantat, teilen betroffene Nutzer*innen auf der Plattform Endlich Wieder Hören. Zudem erhalten Interessierte und Ratsuchende viele wichtige Informationen durch medizinische Experten.  

Stand: Januar 2022

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Über MED-EL

MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2.400 Personen aus rund 80 Nationen in 30 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Menschen in 134 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL. Zu den Hörlösungen von MED-EL zählen Cochlea- und Mittelohrimplantat-Systeme, ein System zur Elektrisch Akustischen Stimulation, Hirnstammimplantate sowie implantierbare und operationsfreie Knochenleitungsgeräte www.medel.com

 

MED-EL Schweiz GmbH

Im Dezember 2017 wurde darüber hinaus die MED-EL Schweiz GmbH mit Sitz in Tägerwilen im Kanton Thurgau gegründet. Diese Niederlassung ist hundertprozentiges Tochterunternehmen der MED-EL Medical Electronics in Innsbruck. Geschäftsführer der MED-EL Schweiz GmbH ist Gregor Dittrich. Das Schweizer Team ist für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreut Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörgeräteakustiker und Verantwortliche in der gesamten Schweiz. www.medel.com/ch

 

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