Schritt für Schritt zum Hörimplantat


Laut WHO leiden 1,5 Milliarden Menschen weltweit an Hörverlust. Dabei sind die Lösungen oft einfacher als vielfach bekannt. © MED-EL

Tatsächlich ist Hörverlust kein ungewöhnliches sondern vielmehr ein relativ „normales“ körperliches Phänomen: Etwa jeder achte Mensch weltweit ist von dieser Beeinträchtigung betroffen. Die Ursachen sind dabei so vielfältig wie ihre Arten selbst. Zu ihnen zählen Alter, Unfälle, Lärm oder Hörstürze. Viel wichtiger jedoch: Für jedes Hörproblem gibt es eine passende Lösung - und diese ist oft einfacher als man denkt. So können bei einer leichten bis mittelgradigen Schwerhörigkeit bereits Hörgeräte eine gute Möglichkeit sein, um die Hördefizite aufzufangen. Menschen, die unter einem hochgradigen Hörverlust leiden, helfen häufig Hörimplantat-Systeme, die Hören (wieder) möglich machen. Ebenfalls wichtig zu wissen: In der Schweiz tragen in aller Regel die Krankenkassen sowie die Schweizer Invalidenversicherung für alle Patienten, die aus medizinischer Sicht ein Hörimplantat benötigen, die Kosten für Diagnostik, OP, Hörimplantat, Anpassung und Service. MED-EL, der führende Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, informiert über die Behandlungsmöglichkeiten und erklärt Schritt für Schritt den Weg zur passenden Hörlösung.

Schritt eins: Den Arzt aufsuchen

Menschen, die bei sich selbst einen plötzlichen oder schleichenden Hörverlust feststellen, oder Eltern, die bei ihrem Kind entsprechende Auffälligkeiten beobachten, sollten zunächst den eigenen Hausarzt aufsuchen. Er ist die erste Anlaufstelle und kann oft direkt helfen, da er das Gehör untersucht und mögliche Ursachen identifiziert. Oft sind diese „banaler“ Natur: Der Gehörgang ist verstopft oder es liegt eine Entzündung vor. Wenn kein vorübergehendes, behebbares Problem vorliegt, wird der Patient für einen Hörtest an den Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) oder an eine HNO-Klinik überweisen.

Schritt zwei: Der Besuch beim HNO-Arzt

Der HNO-Arzt stellt mittels einer Ohruntersuchung und eines Hörtests fest, um welche Art von Hörminderung oder Hörverlust es sich handelt. Oft schaffen Hörgeräte bereits Abhilfe. Ergeben die Untersuchungen, dass eine konventionelle Hörhilfe nicht ausreicht und ein Hörimplantat eine mögliche Lösung darstellt, werden die Betroffenen an ein Implantatzentrum weitergeleitet.  

Schritt drei: Das Implantatzentrum

In der Schweiz gibt es insgesamt fünf Zentren, die Patienten mit einem Cochlea-Implantat versorgen dürfen. Andere Hörsystem-Lösungen, wie etwa ein Mittelohr- oder Knochenleitungsimplantat, können dagegen auch in fast allen HNO-Kliniken der Schweiz implantiert werden. Wer Hilfe bei der Suche des richtigen Zentrums oder der passenden HNO-Klinik braucht, sollte seinen HNO-Arzt um Rat fragen. Häufig arbeiten diese nämlich mit verschiedenen Zentren und Kliniken zusammen und können entsprechende Empfehlungen aussprechen.  Zusätzlich können die Betroffenen oder ihre Angehörigen aber auch im Internet recherchieren und die in Frage kommenden Zentren und Kliniken direkt kontaktieren. Im Implantatszentrum der eigenen Wahl wird im ersten Schritt eine Reihe von Voruntersuchungen durchgeführt. Diese sind Routine, bei der unter anderem die Art der Schwerhörigkeit und die Anatomie des Ohres untersucht werden, um die verschiedenen Implantatlösungen zu bestimmen. Im zweiten Schritt folgt das Beratungsgespräch mit dem Arzt, der über die verschiedenen Implantatsysteme informiert. Weiter kann der Arzt auch Aufklärung in Bezug auf die Finanzierung eines Hörimplantats über die Krankenkassen und die Invalidenversicherung leisten. Hier gibt es klare Leitlinien für alle Implantat-Systeme. Wenn der Betroffene bestimmte Kriterien erfüllt, tragen die Krankenkasse und die Invalidenversicherung die Kosten für das Implantat sowie die komplette Behandlung.

Schritt vier: Die Implantation

Ist die Entscheidung für das passende Implantat gefallen, folgt im nächsten Schritt das Einsetzen des Implantats im Implantatszentrum. Ein MED-EL Implantat besteht immer aus zwei Teilen: dem internen Implantat und dem externen Audioprozessor. Der Audioprozessor fängt die akustischen Reize ein und gibt sie an das interne Implantat weiter, das seinerseits die durch den Audioprozessor empfangenen Reize in Signale umwandelt und diese an das Gehirn zur Weiterverarbeitung sendet. Im Rahmen der Implantation werden das interne Implantat während einer Operation hinter dem Ohr, unter der Kopfhaut, befestigt und die sich am Implantat befindenden Elektroden in die Cochlea (die Hörschnecke im Innenohr) eingeführt.  Je nach Implantat dauert der Eingriff eine bis drei Stunden. Da es sich um einen Routineeingriff handelt, kann der Patient meist noch am selben Tag wieder aufstehen. Der Klinikaufenthalt in der Schweiz beträgt gewöhnlich nur ein bis zwei Tage.

Schritt fünf: Die Erstanpassung

Damit das Implantat jedoch funktioniert, braucht es den externen Audioprozessor, der entweder hinter dem Ohr getragen wird oder in Form eines Single Unit Prozessors magnetisch direkt mit dem Implantat verbunden ist. Im Rahmen der Erstanpassung wird der Audioprozessor eingestellt. Die erste Anpassung erfolgt circa vier Wochen nach der Einsetzung des internen Implantats. Da jedes Gehör unterschiedlich funktioniert, muss auch die Anpassung auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden. Um eine optimale Funktionsweise zu erhalten, sind meist mehrere Sitzungen nötig. Die Anpasstermine finden gewöhnlich nach einem, drei, sechs und zwölf Monaten statt, in weiterer Folge einmal pro Jahr. Vom ersten Beratungsgespräch beim eigenen Hausarzt bis zur Erstanpassung des Hörimplantats vergehen durchschnittlich drei Monate.

Schritt sechs: Die Nachsorge

Ein Implantat ermöglicht Menschen mit Schwerhörigkeit oder Hörverlust (wieder) hören zu können. Wie das Hören mit einem gesunden Ohr, ist auch das Hören mit einem Implantat ein komplexer Vorgang, der erst erlernt werden muss. Nutzer eines Hörimplantats müssen daher nach dem Einsetzen des Implantats und nach der Anpassung des Audioprozessors Geduld mitbringen. Das Hören mit einem Cochlea-Implantat ist ein komplett neues Hören und nimmt daher meist mehr Zeit und Übung in Anspruch als beispielsweise das Hören mit einem Mittelohrimplantat- oder Knochenleitungsimplantat-System. Um dem Nutzer beim Erlernen des Hörens bestmöglich zu unterstützen hat MED-EL verschiedene Services, wie etwa die Listen Up App, spezielle CDs oder eine eigene Spotify-Playlist sowie vielfältige Rehabilitationsprogramme entwickelt. Auch gibt es regelmässige Kontrolltermine für die Implantat-Träger*innen. Diese finden für CI-Träger*innen in den Implantationszentren statt. Anpassungen bei anderen Hörsystemlösungen, wie etwa bei einem Mittelohr- oder Knochenleitungsimplantat können entweder in der HNO-Klinik oder bei einem Hörgeräteakustiker erfolgen. Zusätzlich können sich die Nutzer bei allen Fragen rund um das MED-EL Implantat aber auch an die MED-EL Schweiz wenden.

Stand: Januar 2022

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Über MED-EL

MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2.400 Personen aus rund 80 Nationen in 30 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Menschen in 134 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL. Zu den Hörlösungen von MED-EL zählen Cochlea- und Mittelohrimplantat-Systeme, ein System zur Elektrisch Akustischen Stimulation, Hirnstammimplantate sowie implantierbare und operationsfreie Knochenleitungsgeräte www.medel.com

 

MED-EL Schweiz GmbH

Im Dezember 2017 wurde darüber hinaus die MED-EL Schweiz GmbH mit Sitz in Tägerwilen im Kanton Thurgau gegründet. Diese Niederlassung ist hundertprozentiges Tochterunternehmen der MED-EL Medical Electronics in Innsbruck. Geschäftsführer der MED-EL Schweiz GmbH ist Gregor Dittrich. Das Schweizer Team ist für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreut Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörgeräteakustiker und Verantwortliche in der gesamten Schweiz. www.medel.com/ch

 

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