„Ich kann einfach alles hören und tun“


Kesha mit der Hündin ihrer Großeltern © Kesha-Shanice Nowack

Dass ihr Hörverlust kein vorübergehendes Phänomen ist, wurde Kesha nach einem Untersuchungstermin bei einem Spezialisten klar: „Als ich fünf Jahre alt war, hat mir mein HNO-Arzt mit einem großen Gerät ganz gründlich die Ohren gereinigt und ich habe damals geglaubt, dass ich danach nicht mehr schwerhörig sei. Natürlich lag ich damit falsch“, erinnert sich die heute 22-jährige Bremerin halb lachend an dieses eindrückliche Erlebnis zurück. Vielleicht war es ein Wunschtraum, denn mit zwei Jahren wurde bei Kesha eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit festgestellt. Ihr Hörverlust sollte ihr vieles schwerer machen. Doch als Ausrede, nicht alles erreichen zu können, was sie sich vornahm, ließ sie ihn nie gelten. Ganz im Gegenteil.

Keshas Hörverlust wurde zunächst mit Hörgeräten behandelt, die ihr unter großem persönlichen Einsatz den Besuch einer Regelschule ermöglichten. „13 Jahre lang habe ich mich mit viel Kraft und Eigeninitiative bis zum Abitur durchgekämpft.“, berichtet die junge Frau stolz. Denn in ihrer Schulzeit war ihr Hörverlust viele Jahre ein Thema. „Meine Mitschüler haben früh und schnell gemerkt, dass ich anders war als sie. Ich hatte seit der Grundschule zum Beispiel immer eine Assistentin im Unterricht, die mich im Alltag unterstützte. Das haben viele Kinder als Extrawurst betrachtet“, so Kesha traurig. Wenige Freunde und Gelächter, wenn sie im Unterricht etwas sagte oder vorlesen musste. Kesha erinnert sich nur ungern an diese Zeit zurück. „Wirklich besser wurde es dann in der Oberstufe. Da haben mich alle so akzeptiert, wie ich bin und ab da war mein Hörverlust auch kein Thema mehr. Ich habe sogar ein High School-Jahr in Minnesota verbracht.“

Etwa zur gleichen Zeit entschloss sich die ambitionierte Gymnasiastin sich mit einem Cochlea-Implantat einseitig versorgen zu lassen. „Mein linkes Ohr wurde mit den Jahren immer schlechter und ich habe mir einfach ein bisschen mehr Power auf diesem gewünscht“, begründet sie ihren Entschluss. Mit 17 Jahren wurde Kesha in Hannover implantiert. Und auch wenn sich schnell die ersten Verbesserungen, sowohl beim Sprechen als auch beim Hören einstellten, war es für die damals angehende Abiturientin eine große Doppelbelastung: Die Vorbereitungen auf die Prüfungen auf der einen, das Hören lernen mit einem Cochlea-Implantat auf der anderen Seite. „Ich habe zwar sofort alles gehört, doch es klang irgendwie robotermäßig, als würde ich in einer digitalen Welt leben. Mit der Zeit wurde dies mit viel Hörtraining natürlich besser. Aber gerade die Anfangszeiten waren hart. Da habe ich jede Unterrichtsstunde vor- und nachbereitet“, resümiert Kesha die erste Zeit nach ihrer CI-Implantation ganz ungeschönt.

Doch die mühevolle Arbeit sollte sich auszahlen. Es folgten das erfolgreich bestandene Abitur und, nach einem Auslandsaufenthalt in Südostasien und Australien, der Beginn ihres Bachelor-Studiums. Kesha studiert nun im dritten Fachsemester an der Universität Bremen English speaking Cultures und Medien- und Kommunikationswissenschaften.

Über ihre Familie erfuhr die junge Studentin von der Möglichkeit sich als CI-Trägerin auf ein MED-EL-Stipendium zu bewerben. Kesha konnte das Gremium von sich überzeugen und wird derzeit als zweite Stipendiatin mit monatlich 300 Euro vom führenden Hersteller von implantierbaren Hörlösungen unterstützt. „Das ist einfach toll“, freut sich die Bremerin. „Ich plane derzeit mein Auslandssemester in Kalifornien für dieses Jahr. Ohne die finanziellen Zuwendungen von MED-EL wäre ein solcher Aufenthalt sehr viel schwieriger für mich, da die Studiengebühren in den USA sehr hoch sind.“ Doch das Stipendium hatte noch einen weiteren guten Zweck. Über einen Artikel in der Zeitung, der die neue MED-EL Stipendiatin vorstellte, wurde eine junge Frau auf Kesha aufmerksam, die regelmäßig Treffen zwischen Gehörlosen und Schwerhörigen organisiert. „Sie hat mich gleich eingeladen und wir haben uns bisher schon zwei Mal getroffen. Es ist schön, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.“

Nach dem Abschluss ihres Bachelor-Studiums möchte sich Kesha auch auf dem rechten Ohr mit einem CI versorgen lassen. „Ich bin so glücklich mit meinem CI auf der linken Seite. Ich kann sogar die Pfoten der Hündin meiner Großeltern hören, wenn ich nach ihr rufe und sie auf mich zukommt. Für mich gibt es kein niedlicheres Geräusch auf der ganzen Welt. Das hat mich beim ersten Mal sogar zum Weinen gebracht“, berichtet die junge Frau mit strahlenden Augen. Und auch Klaviermusik kann sie nun genießen. „Mit meinen Hörgeräten empfand ich dieses Instrument immer als sehr unangenehm. Jetzt liebe ich den Klang und möchte das Spielen bald selbst erlernen.“ Doch vorher soll die Implantation auf der rechten Seite erfolgen. „Diesmal möchte ich mir mehr Zeit lassen, weshalb ich die Operation erst nach meinem Bachelor-Abschluss machen werde. Danach nehme ich mir eine Auszeit für den Heilungsprozess“, so Kesha.

Und danach? Die junge Frau hat viele Pläne. Vor allem möchte sie andere Menschen in ihrer Situation inspirieren und zeigen, dass man trotz aller Unwegsamkeiten die eigenen Ziele erreichen kann. Hörverlust ist keine Ausrede. „Ich habe im Leben immer wieder gehört, dass ich vieles nicht machen kann, weil ich schwerhörig sei. Trotzdem studiere ich jetzt an der Universität Bremen English speaking Cultures und Medien- und Kommunikationswissenschaften. Ich habe schon jeden Kontinent - außer Afrika und die Antarktis - alleine bereist. Ich treffe meine Freunde, lese viel und bin stolz auf alles, was ich bisher erreicht habe“, Kesha ganz selbstbewusst.

Aber auch ihren Master in „International Journalism“ möchte sie angehen und danach noch ihren PhD machen. „Ich will die Welt ein bisschen besser machen und daher auch am liebsten später in einer Position arbeiten, in der ich dies erreichen kann. Ich möchte mich insbesondere für Frauenrechte und die Gleichbehandlung von Frauen und Männern stark machen. Toll wäre, wenn ich es schaffen könnte, dass jede Frau auf der ganzen Welt einfach sorglos auf die Straße gehen kann, ohne sich vorher physisch und psychisch darauf vorbereiten zu müssen“, sagt Kesha und man glaubt es ihr aufs Wort. Denn schließlich kann sie alles erreichen, was sie sich vornimmt.

Stand: Januar 2020

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Über MED-EL

MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2.400 Personen aus rund 80 Nationen in 30 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Menschen in 134 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL. Zu den Hörlösungen von MED-EL zählen Cochlea- und Mittelohrimplantat-Systeme, ein System zur Elektrisch Akustischen Stimulation, Hirnstammimplantate sowie implantierbare und operationsfreie Knochenleitungsgeräte. www.medel.com

 

MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH

Die MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH wurde 1992 als erste Tochterfirma des Innsbrucker Medizintechnik-Unternehmens MED-EL Medical Electronics in Starnberg gegründet. Über 150 MitarbeiterInnen sind für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreuen Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörakustiker und Verantwortliche im Vertriebsgebiet Deutschland, Niederlande, Finnland, Luxemburg und den ABC Inseln in den Niederländischen Antillen. Mehr Informationen unter www.medel.de

 

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