„Es gab zwei Schlüsselmomente: Der Tag, an dem ich plötzlich sehr schlecht hörte und der Tag, an dem ich endlich wieder alles hörte“


Markus Zoitl an der Orgel: Dank seines Hörimplantats kann er weiterhin als Intonateur arbeiten © MED-EL

Wenn Markus Zoitl in fast poetisch klingenden Worten und mit leuchtenden Augen über seine Arbeit spricht, merken Zuhörende schnell, dass für den passionierten Musiker und Handwerker sein Beruf vielmehr eine Berufung ist. Als Intonateur stimmt Markus Zoitl die Klangfarbe und Lautstärke der Pfeifen einer Orgel und verleiht so dem Instrument seine Seele. Eine anspruchsvolle Tätigkeit, die nicht nur handwerkliche Kenntnisse des Orgelbaus sowie jahrelange Erfahrung voraussetzen, sondern auch Einfühlungsvermögen, musikalische Begabung und vor allem ein sehr, sehr gutes Gehör. Über all dies verfügte Markus Zoitl - bis vor rund dreieinhalb Jahren, als sich ganz plötzlich auf seinem linken Ohr eine Schwerhörigkeit einstellte. Der Mann, der mit seinem ausgezeichneten Gehör akustisch nahezu alles wahrnehmen kann, konnte plötzlich einseitig nicht mehr richtig hören. Die Diagnose Hörverlust riefen bei dem gelernten Orgelbauer zunächst vor allem existentielle Ängste hervor, denn für seine Tätigkeit ist ein ausgezeichnetes Gehör essentiell: Würde er jemals wieder seinen Beruf ausüben können? Doch eine kleine Technologie mit Namen Hörimplantat versprach nicht nur schnell Hoffnung, sondern vollbrachte für Markus Zoitl auch ein echtes Wunder: Denn plötzlich konnte er wieder richtig gut hören – und auch eine Orgel intonieren. Warum Hörverlust niemals alternativlos ist und was die moderne Medizintechnik dank Hörimplantaten heute möglich machen kann, zeigt einmal mehr seine beeindruckende Geschichte:

Als Markus Zoitl im Dezember 2017 eines Morgens mit einem Taubheitsgefühl und einem dauerhaften Piepton auf dem linken Ohr aufwachte, dachte er zunächst, dass sein Gehörgang wieder einmal verstopft sei. Eine Spülung beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt würde das Problem richten, war sich der gebürtige Österreicher aus dem Mühlviertel sicher. Doch der Besuch beim Experten brachte nicht die erhoffte Erleichterung – im Gegenteil: Denn nach einer kurzen Untersuchung war sich dieser sicher, dass Markus Zoitls plötzlich schwindendes Hörvermögen kein vorübergehendes Phänomen darstellte. „Nach einem Hörtest stand zwar der Verdacht einer Schallleitungsschwerhörigkeit im Raum, doch mein Arzt vermutete zunächst, dass auch eine Entzündung in meinem Ohr vorliegen könnte. Daher wurde ich mit Kortison behandelt, was für die Dauer der Therapie auch meinen Tinnitus verschwinden ließ. Doch mit dem Absetzen des Medikaments kam auch das hochfrequente Pfeifen in meinem Ohr zurück. Erneute Tests stellen dann zweifelsfrei fest, dass ich an einem Hörverlust litt“, erinnert sich Markus Zoitl zurück.

Die Ursache für das plötzliche Schwinden von Markus Zoitls Hörvermögen nennt sich „Otosklerose“, eine Erkrankung des Knochens rund um das Innenohr, die zunehmend die kleinen Gehörknöchelchen erstarren und den Steigbügel verknöchern lässt. Dadurch können die Schallwellen nicht mehr an die Hörschnecke weitergegeben werden, was den Hörverlust auslöst. Normalerweise ist dies ein schleichender Prozess, der bei Markus Zoitl jedoch über Nacht auftrat. „Das war im ersten Moment ein absoluter Schock für mich. Zu dieser Zeit war ich am Höhepunkt meiner beruflichen Laufbahn angekommen. Nach jahrelanger Ausbildung und Assistenzarbeit konnte ich nun endlich als freiberuflicher Intonateur arbeiten. Die Erfüllung eines absoluten Wunschtraumes. Ich dachte wirklich, dass der Hörverlust das Ende meiner Karriere bedeutete und ich nie wieder meinem Beruf nachgehen könne“, berichtet der Familienvater noch heute mit belegter Stimme.

Doch ein Besuch im städtischen Klinikum Dresden Friedrichstadt verspricht schnell Hoffnung. Hier wurde Markus Zoitl zunächst mit einer sogenannten implantationsfreien Hörlösung versorgt, einem dreieckigen Audioprozessor, der mit einem Klebeadapter auf der Haut hinter dem Ohr befestigt wurde. „Dieser brachte auch eine unmittelbare Verbesserung, sodass ich nicht nur wieder richtig hören konnte und sogar eine Orgel intoniert habe. Allerdings war auch klar, dass dieses Provisorium nicht ausreichen wird, damit ich langfristig wieder als Intonateur arbeiten kann.“ Da aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit andere Behandlungsmöglichkeiten nicht in Frage kamen, entschied sich Markus Zoitl in Rücksprache und auf Empfehlung seiner behandelnden Ärzte schließlich für ein Hörimplantat. Ein sogenanntes aktives Knochenleitungsimplantat-System wurde ihm im Rahmen eines operativen Routine-Eingriffs im November 2018 eingesetzt. Dieses besteht aus einem unter der Haut und an der äußeren Schädeldecke befestigten Implantat und einem Audioprozessor, der direkt am Hinterkopf getragen wird und per Magnetkraft direkt mit dem Implantat verbunden ist. „Vereinfacht ausgedrückt, ist diese Hörlösung im Stande, die defekten Teile meines Gehörorgans zu umgehen, damit ich dennoch hören kann“, erklärt Markus Zoitl die Funktionsweise seines Implantats.

Bedenken in Bezug auf die Operation hatte er keine, zu groß war sein Vertrauen in die Ärzte und der Wunsch, endlich wieder richtig hören zu können. Rund zwei Monate nach dem Eingriff wurde der Audioprozessor erstmals aktiviert. „Das war natürlich überwältigend, das Hörerlebnis war im ersten Moment phänomenal. Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit hatte ich aber ganz andere Ansprüche an das Implantat, weshalb sich natürlich auch die Feineinstellung meines Audioprozessors viel komplexer gestaltete. Eine Anpassung erfolgte sogar direkt an der Orgel, um sicherzustellen, dass der Audioprozessor optimal eingestellt ist.“ Heute kann der gelernte Orgelbauer wieder unbeeinträchtigt als Intonateur arbeiten. „Anfangs war ich natürlich etwas defensiv und verunsichert, ob ich meine Arbeit in gleicher Qualität wie vorher leisten kann. Doch mittlerweile habe ich mit meinem implantierten Ohr bereits fünf Orgeln intoniert und bin immer noch einer der gefragtesten Intonateure Deutschlands. Heute weiß ich, dass die Technologie funktioniert, daher bin ich auch viel offensiver mit meinem Hörverlust“, so Zoitl zufrieden.

Doch nicht nur im beruflichen Kontext kann sich der begeisterte Hobbymusiker wieder an Klängen erfreuen. Denn mit seinem Hörimplantat kann er nun auch wieder Musik aus dem Radio oder von der Platte genießen – etwas, das ihm vor der Implantation nicht möglich war, da es für sein Ohr zu schmerzhaft war. Auch das Klavierspielen, eine Leidenschaft aus Kindertagen, macht Markus Zoitl wieder Freude. Seine Begeisterung für Musik hat er übrigens an seine zweieinhalbjährige Tochter weitergegeben. „Nicht selten spiele ich ihr auf der Orgel ihr Lieblingslied „Sandmann, lieber Sandmann“ vor und dann tanzt sie begeistert durch die Kirche - das ist einfach toll“, erzählt der stolze Vater begeistert. Mittlerweile hat sich auch sein Tinnitus, der ihn gerade in den Ruhephasen besonders belastete, deutlich verbessert. Während das hohe Piepsen deutlich dumpfer geworden ist, ist das tiefe Rauschen oft gänzlich verschwunden. Das Schönste für Markus Zoitls ist und bleibt jedoch eines: weiterhin seine Orgeln intonieren zu können.

Stand: Mai 2021

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MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2.400 Personen aus rund 80 Nationen in 30 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Menschen in 134 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL. Zu den Hörlösungen von MED-EL zählen Cochlea- und Mittelohrimplantat-Systeme, ein System zur Elektrisch Akustischen Stimulation, Hirnstammimplantate sowie implantierbare und operationsfreie Knochenleitungsgeräte. www.medel.com

 

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Die MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH wurde 1992 als erste Tochterfirma des Innsbrucker Medizintechnik-Unternehmens MED-EL Medical Electronics in Starnberg gegründet. Über 150 MitarbeiterInnen sind für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreuen Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörakustiker und Verantwortliche im Vertriebsgebiet Deutschland, Niederlande, Finnland, Luxemburg und den ABC Inseln in den Niederländischen Antillen. Mehr Informationen unter www.medel.de

 

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