Bahnbrechende Innovation in der HNO-Chirurgie: Universitätsklinik Bern realisiert erstmalig seit der CE-Zertifizierung roboterassistierte OP eines Cochlea-Implantats


Erstmals wurde in der Schweiz an der Universitätsklinik Bern ein Hörimplantat durch den in der Schweiz entwickelten und jetzt CE-zertifizierten und komerziell verfügbaren OP-Roboter „HEARO®“ eingesetzt

Gelungene Premiere Prof. Marco Caversaccio und der nun CE-zertifizierte Roboter „HEARO®“ im Einsatz bei der roboter-assistierten CI-Operation © HNO-Klinik Inselspital, Gianni Pauciello

Tägerwilen, 07. Dezember 2021 (ag): Erfolgreiche Premiere einer roboterassistierten HEARO®-CI-Operation in der Schweiz: Erstmals seit der CE-Zertifizierung des HEARO® wurde unter Federführung von Prof. Dr. med. Marco Domenico Caversaccio, Klinikdirektor und Chefarzt an der Universitätsklinik HNO in Bern, ein Hörimplantat mit Robotikunterstützung eingesetzt. Realisiert werden konnte die Operation auch durch die Zuammenarbeit mit MED-EL, dem Pionier und führenden Innovationstreiber im Bereich moderner Hörlösungen. Die gelungene roboterassistierte Operation stellt einen Meilenstein der modernen Medizintechnik in der Schweiz dar, der zugleich den Beginn einer neuen Ära in der Cochlea-Implantat-Chirurgie einläutet und Eingriffe dieser Art zukünftig noch sicherer gestaltet – für Patienten wie Chirurgen.

Die Technologie, die diese zukunftsweisende Operation überhaupt möglich macht, nennt sich HEARO® und wurde von der Universität Bern, der Universitätsklinik Inselspital Bern mit Prof. Caversaccio, dem Schweizer Medizintechnikunternehmen CAScination AG sowie MED-EL entwickelt und nun erstmals seit seiner CE-Zertifizierung und kommerziellen Verfügbarkeit in Bern eingesetzt. Die innovative Technologie soll Chirurgen auf der ganzen Welt zukünftig beim Einsatz eines Cochlea-Implantats unterstützen und ihre Arbeit optimieren.

Unter Federführung und Überwachung von Prof. Dr. med. Caversaccio bohrte der HEARO®- Roboter bei seiner erfolgreichen Premiere fast vollautomatisch und mit einem modernen Navigationssystem ausgestattet einen ganz kleinen, gerade einmal zwei Millimeter breiten Kanal durch die Schädeldecke. Zum Vergleich: Wenn Chirurg*innen diese Öffnung per Hand durchführen, beträgt diese drei bis vier Zentimeter. Doch die roboterassistierte Operation bietet noch weitere Vorteile, wie Prof. Dr. med. Caversaccio erläutert: „HEARO® erleichtert uns die Arbeit enorm und macht den Eingriff für Patient*innen vor allem noch sicherer. Der Roboter führt selbstständig die vom Operateur festgelegte Bohrung von der Knochenoberfläche zur Hörschnecke im für den Patienten idealen Winkel durch. Der Operateur gibt dabei die Bohrung frei und überwacht sie auf verschiedenen Ebenen, z. B. mit der Röntgentechnik und einem permanenten Monitoring des Gesichtsnerven. Nachdem der Zugang zur Hörschnecke geschaffen wurde, eröffnet der Operateur die Hörschnecke und führt die Elektrode manuell langsam und schonend, geführt durch den Bohrkanal ein. Um die Operation bestmöglich durchzuführen, muss im Vorfeld der Roboter mittels Planungssoftware programmiert und vorbereitet werden.“

Dieses Verfahren hilft Chirurgen, jedoch nicht nur einen minimal-invasiven Zugang zur Cochlea zu öffnen, sondern auch den idealen Weg zur Einführung des Elektrodenträgers des Hörimplantats in die Cochlea zu nehmen. So ermöglicht dieses atraumatische Vorgehen, die sensiblen Strukturen der Cochlea zu bewahren und somit das vorhandene Restgehör bestmöglich zu erhalten.

Der Zukunft wieder ein Stückchen näher

Mit HEARO® unterstreicht MED-EL als führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen einmal mehr seinen Pioniergeist und seine Vorreiterrolle: „Innovationen und technische Weiterentwicklungen waren und sind seit jeher das Herzstück von MED-EL. Was für andere noch Zukunftsmusik ist, lassen wir durch unermüdliche Forschung und dem Willen, die vielzitierte Extrameile zu gehen, zur Realität werden. „HEARO®“ ist nur ein weiterer Schritt, um den operativen Eingriff, der für eine Cochlea-Implantation notwendig ist, weniger invasiv zu gestalten, und damit die psychologische Hürde und die Belastung für Patient*innen zu verringern. Zukünftig könnte es sogar möglich sein, dass der Roboter die Dauer des Eingriffs deutlich reduziert“, erklärt MED-EL Schweiz Geschäftsführer Gregor Dittrich.

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Über MED-EL

MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2.400 Personen aus rund 80 Nationen in 30 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Menschen in 134 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL. Zu den Hörlösungen von MED-EL zählen Cochlea- und Mittelohrimplantat-Systeme, ein System zur Elektrisch Akustischen Stimulation, Hirnstammimplantate sowie implantierbare und operationsfreie Knochenleitungsgeräte www.medel.com

 

MED-EL Schweiz GmbH

Im Dezember 2017 wurde darüber hinaus die MED-EL Schweiz GmbH mit Sitz in Tägerwilen im Kanton Thurgau gegründet. Diese Niederlassung ist hundertprozentiges Tochterunternehmen der MED-EL Medical Electronics in Innsbruck. Geschäftsführer der MED-EL Schweiz GmbH ist Gregor Dittrich. Das Schweizer Team ist für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreut Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörgeräteakustiker und Verantwortliche in der gesamten Schweiz. www.medel.com/ch

 

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