Auf dem Weg zu einer neuen Kategorie Cochlea-Implantate


Prof. Dr. Thomas Lenarz, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde an der MHH und einer der weltweit renommiertesten Experten auf dem Gebiet der Cochlea-Implantation © MED-EL

Innsbruck, 17. Mai 2021: Nach mehrjähriger Forschungszeit in Zusammenarbeit mit MED-EL wird an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) die europaweit erste Studie mit einer neuartigen, Wirkstoff-freisetzenden Cochlea-Implantat (CI) Elektrode durchgeführt. Unter der Leitung von Prof. Prof. h.c. Dr. med. Thomas Lenarz, einem der weltweit renommiertesten Experten auf dem Gebiet der Cochlea-Implantation, erhielten bisher sechs Patientinnen und Patienten ein MED-EL Synchrony Cochlea-Implantat mit der neu entwickelten Dexamethason-eludierenden Elektrode (DEXEL). Diese setzt in der Cochlea der Nutzerinnen und Nutzer den medizinischen Wirkstoff Dexamethason frei, um die Reaktion des Körpers im Innenohr nach Einsetzen des Implantats zu dämpfen. Die Studie präsentierte Prof. Dr. Lenarz am gerade zu Ende gegangenen HNO-Online-Kongress 2021 der Fachöffentlichkeit

Pionierarbeit auf dem Gebiet der CI-Elektroden

Prof. Dr. Lenarz, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde an der MHH erklärt: „Ziel unserer Forschung war es, durch die nachhaltige Freisetzung des Glucocorticoids Dexamethason, entlang der gesamten Scala Tympani in der Cochlea Entzündungen zu reduzieren sowie die lokale Reaktion des Immunsystems auf das Implantat zu kontrollieren. Darüber hinaus soll Dexamethason zu einer möglichst ungehinderten Übertragung des Hörsignals zwischen Elektrode und Hörnerv beitragen.“, so Prof. Dr. Lenarz. Ein wichtiger Vorteil: Die Freisetzung des Wirkstoffs am Elektrodenarray ermöglicht einen sehr gezielten Einsatz bei exakter Dosierung. „Die modifizierte Elektrode kann somit eine neue Kategorie Cochlea Implantate ermöglichen“, fasst Prof. Dr. Lenarz zusammen.

Die Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der MHH ist international bekannt für das weltweit größte Cochlea-Implantat-Programm - von der grundlegenden Idee bis zur lebenslangen Betreuung der Patientinnen und Patienten. Die Dexamethason-eludierende Elektrode (DEXEL) befindet sich seit Juni 2020 in der klinischen Prüfung an der MHH in Kooperation mit MED-EL.

Technologische Innovation zum Wohle der Nutzer

Dr. Ingeborg Hochmair, Gründerin und CEO von MED-EL erläutert: „Als weltweiter Innovationsführer im Bereich der implantierbaren Hörlösungen ist es unser Anspruch, branchenführende Produkte zu entwickeln, um die Kommunikationsmöglichkeiten und die Lebensqualität von Menschen mit erheblichem Hörverlust stetig weiter zu verbessern. Unsere Forschung und Entwicklung basiert dabei seit Jahrzehnten auf der Zusammenarbeit mit Kliniken und universitären Einrichtungen weltweit. Wir sind sehr stolz auf die langjährige fruchtbringende Kooperation mit Prof. Dr. Lenarz und seinem Team.“, so Dr. Hochmair. „Erst die enge Zusammenarbeit mit unseren unabhängigen Partnern ermöglicht es uns, als Branchen-Vorreiter Technologien zu entwickeln, die immer wieder neue Maßstäbe setzen. Dabei stehen die Sicherheit und Qualität unserer Hörlösungen stets im Zentrum unserer Forschung und Entwicklung. Zum Wohle der Nutzerinnen und Nutzer.“, betont Dr. Hochmair.

Die laufende Studie hat den Zweck, die Sicherheit der neuen DEXEL Elektrode, die elektrische Impedanz am Elektrodenkontakt sowie das postoperative Hörvermögen zu untersuchen.

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Über MED-EL

MED-EL Medical Electronics, führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen, hat es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt, Hörverlust als Kommunikationsbarriere zu überwinden. Das österreichische Familienunternehmen wurde von den Branchenpionieren Ingeborg und Erwin Hochmair gegründet, deren richtungsweisende Forschung zur Entwicklung des ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantats (CI) führte, das 1977 implantiert wurde und die Basis für das moderne CI von heute bildet. Damit war der Grundstein für das erfolgreiche Unternehmen gelegt, das 1990 die ersten Mitarbeiter aufnahm. Heute beschäftigt MED-EL weltweit mehr als 2.200 Personen aus ca. 75 Nationen in 30 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust; Menschen in 124 Ländern hören mithilfe eines Produkts von MED-EL. Zu den Hörlösungen von MED-EL zählen Cochlea- und Mittelohrimplantat-Systeme, ein System zur Elektrisch Akustischen Stimulation, Hirnstammimplantate sowie implantierbare und operationsfreie Knochenleitungsgeräte. Über 95% der Hörimplantate werden exportiert und von mehr als 3.700 Kliniken weltweit verwendet. www.medel.com

 

MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH

Die MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH wurde 1992 als erste Tochterfirma des Innsbrucker Medizintechnik-Unternehmens MED-EL Medical Electronics in Starnberg gegründet. Über 150 MitarbeiterInnen sind für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreuen Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörakustiker und Verantwortliche im Vertriebsgebiet Deutschland, Niederlande, Finnland, Luxemburg und den ABC Inseln in den Niederländischen Antillen. Mehr Informationen unter www.medel.de

 

MED-EL Schweiz GmbH

Im Dezember 2017 wurde darüber hinaus die MED-EL Schweiz GmbH mit Sitz in Tägerwilen im Kanton Thurgau gegründet. Diese Niederlassung ist hundertprozentiges Tochterunternehmen der MED-EL Medical Electronics in Innsbruck. Geschäftsführer der MED-EL Schweiz GmbH ist Gregor Dittrich. Das Schweizer Team ist für Nutzer von MED-EL Hörimplantat-Systemen tätig und betreut Kliniker, Audiologen, Techniker, Hörgeräteakustiker und Verantwortliche in der gesamten Schweiz. www.medel.com/ch

 

MED-EL Care & Competence Center GmbH

Die MED-EL Care & Competence Center GmbH mit Sitz in Starnberg ist hundertprozentiges Tochterunternehmen der MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH. Geschäftsführer der MED-EL Care & Competence Center™ GmbH und der MED-EL Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH ist Gregor Dittrich. Mit den MED-EL Care Centern™ in Berlin, Bochum, Dresden, Frankfurt am Main, Hannover, München und Tübingen, sowie in Helsinki und dem niederländischen Utrecht erfüllt das Unternehmen den Anspruch eines lokalen Kompetenzzentrums und bietet Informationen rund um das Thema MED-EL Hörimplantat-Lösungen und Nachsorge. Speziell geschulte Experten bieten umfassenden Service und Informationen für Menschen, die bereits ein Hörimplantat nutzen sowie Menschen mit Hörverlust. Zudem unterstützt das Unternehmen durch die enge Zusammenarbeit mit Kliniken sowie durch qualitativ hochwertige Fort- und Weiterbildungsprogramme den gesamten Versorgungs- und Nachsorgeprozess. Öffnungszeiten der MED-EL Care Center™ und weitere Informationen zur MED-EL Care & Competence Center GmbH unter www.medel.de

 

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