18.06.09

DIE AZOREN – AUF DER SUCHE NACH DEM VERSUNKENEN ATLANTIS

 

Die Azoren – das sind neun Inseln inmitten des atlantischen Ozeans. Der Legende nach handelt es sich um die Überreste des sagenumwobenen Atlantis.

München, (ss) Tatsächlich sind die Inseln jedoch die Spitzen eines aus 8000 Meter Tiefe vom Meeresboden aufragenden Gebirges. Ihre Entdeckung im Jahre 1427 verdanken die Azoren der Abenteuerlust und dem Entdeckungsdrang Heinrichs des Seefahrers. Auf der Suche nach dem Ende der Welt stieß er auf die nur 1000 Meilen vom portugiesischen Mutterland entfernten Inseln. Die Namensgebung der Azoren erfolgte in Unkenntnis der Vogelwelt seiner portugiesischen Entdecker, die die auf den Inseln heimischen Bussarde für Habichte „açores“ hielten. Besiedelt wurden die Azoren im Laufe der Jahrhunderte von Portugiesen, Madeirenser, Mauren, Juden und Franzosen. Die Geschichte der Azoren war zwar immer eng verbunden und abhängig vom Mutterland Portugal. Jedoch spielte die Inselgruppe nie eine wichtige Rolle im Weltgeschehen. Vor allem Armut veranlasste im 19. Jahrhundert viele Azoreaner ihr Glück in den USA und Kanada zu suchen. Noch heute bestehen enge verwandtschaftliche Bindungen und reger Besuchsverkehr zwischen den Azoren und diesen Ländern. Viele Azoreaner sprechen aus diesem Grund auch sehr gutes Englisch. 1976 wurden die Azoren zur autonomen Region erklärt. Da man sich nicht auf eine Hauptstadt einigen konnte, wurden schließlich die drei Städte Ponta Delgada, Angra do Heroísmo und Horta mit verschiedenen Regierungsaufgaben bedacht.
Vulkankegel, Kraterseen, Geysire und erstarrtes Lavagestein prägen die Landschaft und zeugen vom vulkanischen Ursprung des Archipels. Das Zusammenspiel von fruchtbarem Vulkanboden, ganzjährig mildem Klima und ausreichend Niederschlägen ließ auf den Azoren ein üppiges Naturparadies mit großer Artenvielfalt entstehen. Immergrüne, mit einem Blumenteppich überzogene Hügel und dazwischen tiefgründig schimmernde Kraterseen sind Teil einer großartigen Naturinszenierung.
Rund 30 Naturschutzgebiete gibt es auf den Azoren und Besuchern erschließt sich die wahre Schönheit des Archipels beim Wandern. Da die Azoren unter Wanderfreunden immer noch als Insidertipp gehandelt werden, genießen Naturbegeisterte hier noch das Privileg, die Inseln und seine idyllischen Fischerdörfer in völliger Ruhe erleben zu können. Abwechslungsreiche Spaziergänge und Wanderungen unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade führen auf alten Pfaden vorbei an eindrucksvollen Vulkankratern und einsamen Seen und durch Schluchten mit Wasserfällen. Immer wieder eröffnen sich atemberaubende Ausblicke auf’s Meer und nahegelegene Inseln.

Daneben gehören Aktivsportarten wie Surfen, Tauchen, Segeln, Drachen- und Gleitschirmfliegen und Radfahren zu den beliebten Beschäftigungen auf den Inseln.
Zu den azoreanischen Gaumenfreuden zählen neben frischem Fisch und Meeresfrüchten auch kreativ einfache Fleischgerichte- und eintöpfe. Gerne werden kräftige Gemüsesuppen serviert, z. B. die traditionelle Caldo Verde aus Kohl. Nur anlässlich der Heilig Geist Feste steht die Sopa do Espírito Santo auf dem Speiseplan. Azoreanische Nachspeisen sind vielfältig und vor allem süß. Besonders der Käse von São Jorge genießt einen exzellenten Ruf und wird mit Vorliebe mit scharfer Piri-Piri-Soße gereicht. Schon die Zaren tranken Wein von den Azoren, der aus edlen Verdelho-Trauben gekeltert wird. Frische Ananas- und Maracujafrüchte werden nicht nur als Obst verzehrt. Aus den Früchten werden süße Liquöre gewonnen. Grüner und schwarzer Tee wird auf den einzigen Teeplantagen innerhalb Europas angebaut.

Die Inseln – jede anders, jede eine Reise wert
Die neun Inseln werden geographisch in eine West-, Zentral- und Ostgruppe unterteilt. Als abwechslungsreichste Azoreninsel gilt São Miguel. Sie vereint landschaftliche Höhepunkte wie dicht bewachsene Lavazungen und in verschiedenen Farben schimmernde Kraterseen. Heiße Quellen und Thermalbäder im Tal von Furnas sorgen für Wohlbefinden und Entspannung. Vielerorts, wie z. B. bei der Caldeira Velha oder an der Küste treten heiße, z. T. unterseeische Quellen zutage, die an kühleren Tagen ein wärmendes Bad erlauben. Die Erdwärme wird auch zum Kochen genutzt: Das „cozido“ (verschiedene Fleischsorten mit Gemüse) wird in großen Töpfen in der Erde gegart. Zugleich ist São Miguel die touristisch am meisten erschlossene der Inseln. Ein bizarres Farbschauspiel bieten die „Caldeira das Sete Cidades“ – die wohl berühmtesten und größten Kraterseen der Inselgruppe. Einer Sage nach füllten die Tränen einer Prinzessin und eines einfachen Hirten, die unglücklich verliebt waren, die blaue Lagoa Azul und die türkisgrüne Lagoa Verde. Der Nordosten der Insel ist noch sehr ursprünglich und wild.
Bei insgesamt mehr als 700 Kilometer Küste laden zahlreiche Buchten und Strände zum Baden ein, die schönsten davon auf der beschaulichen Insel Santa Maria. Mancherorts ließ die Naturgewalt des Meeres natürliche Schwimmbecken in den Vulkanfelsen entstehen. Eine Reise ins Innere der Erde ist die Besichtigung vulkanischer Stollen und Gänge sowie erloschener Krater. Durch die Furna da Enxofre kommen Besucher auf Graciosa dem Erdinneren am nächsten. Durch einen Vulkanschlot geht es in die Höhle der Unterwelt hinab.
Auf dem Weg zwischen der neuen und der alten Welt gelegen, entwickelten sich die Azoren schnell zum beliebten Hafen für Handelsschiffe. Dieser Tradition folgend, etablierte sich vor allem Horta auf Faial zum Ankerpunkt für Weltenbummler. Die bunte Kaimauer, auf der sich unzählige Segler verewigt haben, macht Horta zum wohl farbenprächtigsten Yachthafen der Welt. Neben einer blauen Hortensienpracht (insgesamt über 14.000 Kilometer an Hortensienhecken!), weswegen die Insel auch die Ilha Azul, die blaue Insel, genannt wird, überrascht Faial durch eine Mondlandschaft, die beim letzten Vulkanausbruch von 1958/59 entstand und der Insel „neues“ Land, die Capelinhos, bescherte. Die Mitte der Insel wird beherrscht durch die Caldeira, einen Krater, in dessen Mitte sich ein weiterer Krater gebildet hat. Das dunkle Lavagestein wurde vielerorts als Baumaterial genutzt und prägt das Erscheinungsbild der Insel.
Absoluter Höhepunkt ist die Besteigung Vulkanes Pico auf der gleichnamigen Insel. Mit seinen 2351 Metern ist er der höchste Berg Portugals, der manchmal sogar im Sommer noch mit Schnee bedeckt ist. Walfänger aus den USA entdeckten die Azoren als Walfanggebiet und gründeten in Pico eine Walfangstation (bis 1983) - heute idealer Ort für Walbeobachtungen. Von Juni bis September zieht es mehr als 20 Walarten zur Nahrungsaufnahme in die Gewässer rund um die Azoren. Die meisten Whale-Watching Ausflüge werden von Faial und Pico angeboten. Mit etwas Ausdauer und Glück kommen die Meeresriesen und auch Delfine fast zum Streicheln nahe an die Boote heran. An den Walfang erinnert heute nur noch das Museo das Baleiros in Lajes do Pico und alte Fotos an den Wänden einiger Bars.
Des weiteren ist Pico bekannt für seinen Wein, der von Mauern aus Lavasteinen geschützt, der Landschaft noch einmal mehr seinen Stempel aufdrückt.
Eine sehr bergige Landschaft findet sich auf São Jorge. Einsame Landstriche lassen sich während ausgedehnter Wanderungen erkunden. Die meisten Menschen leben auf sog. Fajãs, fruchtbaren Ebenen am Fuße der steil abfallenden Küste.
Angra do Heroismo auf der Insel Terceira, im 16. Jahrhundert erbaut und war im Zeitalter der Entdeckung der Handelsrouten nach Südamerika und Asien einer der wichtigsten Versorgungshäfen im Atlantik. Durch ein Erdbeben wurde die Stadt 1980 zerstört, später jedoch zum Teil originalgetreu wieder aufgebaut und von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Renaissance-Stadt war im Laufe ihrer Geschichte sogar zweimal die Hauptstadt Portugals.
Auch hier sind Spuren des vulkanischen Ursprungs des Archipels zu finden. In der Höhle von Algar do Carvão geht es 1000 m hinab in die Tiefe. Der Weg ist gesäumt von Stalagmiten und Stalagtiten. Durch einen Spalt im Felsen dringt Licht ein und lässt ein eigenartiges Szenario entstehen. Nahe der Höhle dampft es bei den Schwefelquellen Furnas do Enxofre.
Weit ab im Westen liegen die Inseln Flores und Corvo. Hier wird eine noch langsamere Gangart eingelegt. Die Bevölkerung lebt im Einklang mit der Natur und der Fischfang beherrscht das soziale Leben. Nichts scheint wichtiger zu sein, als gutes Angelwetter. An diesem westlichsten Ende Europas stürmt es mehr als auf den Schwesterinseln, jedoch gelten sie als die schönsten Wanderinseln der Azoren.

Infos zu den Azoren im Internet: http://www.visitazores.org



Kontakt:

Associação Turismo Açores
Largo Almirante Dunn
9500-292 Ponta Delgada
PORTUGAL

Jasmine Danso
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Hofmannstr. 7A, 81379 München
Tel.: +49-89-748 88 230
Fax: +49-89-748 88 222
danso(at)comeo(dot)de
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